Galopprennsport in Bremen

News

(11.11.) In Sachen Runder Tisch geht es in die richtige Richtung. Darüber berichtet der Weser Kurier. Und das bedeutet, dass es auch mögliche Rennen betreffend in eine gute Richtung geht, ohne dass eine Garantie besteht. Chancen bestehen.

 

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(7.1.) Heute erschien nicht nur ein großes Interview mit Andreas Sponbiel in der Sport Welt. Der Weser Kurier hat tatsächlich den Rückblick auf die Saison der Bremer Trainer gebracht, der seit Wochen vorlag - zugegeben mit nicht ganz idealer Überschrift, aber wichtig ist, dass die Bremer (und insbesondere die Politiker) erfahren, dass es den Galopprennsport in Bremen weiterhin gibt. Und dass er sehr erfolgreich ist. Genau genommen hat in dieser Stadt neben Werder (ignorieren wir mal die aktuelle Situation) und dem Galopprennsport kein national und international bedeutender Sport eine Heimat, nur dass letzteres auch aufgrund der medialen Berichterstattung kaum jemand weiß. --- Und genau an diesem Tag erhält der ohnehin schon bemerkenswert stark angewachsene Stall von Pavel Vovcenko weiteren Zuwachs durch fünf Pferde von Marlene Haller...

 

(hier die Version des Artikels von Mitte Dezember)

Der Galopprennsport in Bremen ist erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr. In der zu Ende gehenden Saison wurden von der Trainingsanlage in Bremen-Mahndorf aus nationale und internationale Erfolge erzielt. Die starke Auslastung überrascht vor dem Hintergrund der Problematik um die Galopprennbahn in der Vahr. Seit diesem Herbst ist Mahndorf das größte Trainingszentrum in Norddeutschland, hat Hannover abgelöst, was die Anzahl an Trainern und Pferden betrifft.

Natürlich werden nicht nur Rennpferde aus Bremer Besitz auf Rennen vorbereitet, sondern von Besitzern aus dem In- und Ausland. Das Vorurteil „elitärer Sport“ wird schon dadurch entkräftet, dass beispielsweise zum traditionsreichen Galopp Club Bremen auch Studenten und Rentner gehören. Die Club-Stute Lovely Dream kam 2019 zu zwei Siegen. Kein Trainer im Norden und nur wenige in ganz Deutschland sind für mehr Pferde verantwortlich als deren Coach Pavel Vovcenko. Derzeit stehen 51 Namen auf seiner Trainingsliste, was für die aktuelle Jahreszeit überrascht. Er wird die Saison voraussichtlich in den Top 10 der deutschen Trainer abschließen, Siege in Flach- und Hindernisrennen zusammengenommen. Bis Mitte Dezember siegte der gebürtige Tscheche in Deutschland in 28 Rennen, hinzukommen drei Erfolge im Ausland. „Emotional war der Doppelsieg in den wichtigsten schwedischen Hindernisrennen mit Leierspielerin und Serienlohn mein Jahreshighlight“, so Vovcenko, der im gleichen Metier einmal in Frankreich erfolgreich war. Er ist seit Jahren einer der erfolgreichsten Hindernistrainer, war mehrfach deutscher Champion.

Der 2019 fünfmal erfolgreiche Werner Haustein trainiert derzeit 26 Pferde. In diesem Jahr gewann jeder dritte seiner Starter, eine bundesweit kaum übertroffene Quote. Haustein war der letzte Trainer auf der Galopprennbahn in der Vahr, die Rennpferdebesitzer Landolf von Kürten bis Ende 2018 gepachtet hatte. Kürzlich kam Haustein in die Schlagzeilen, weil das weltberühmte und traditionsreiche Gestüt Schlenderhan ihm acht Pferde überstellte, darunter mit Moonshiner eines der besten über weite Strecken in Deutschland. Nur drei andere Trainer in Deutschland trainieren für diese Zuchtstätte. Ein weiterer großer Besitzer stammt aus Aserbaidschan, was zeigt, wie international der Galopprennsport in Bremen ist. Die Günay Equestrian Invest GmbH könnte in diesem Winter laut Auskunft des Managers Sanan Jabrajilov Starter in Dubai haben.

Toni Potters ist in diesem Herbst nach Mahndorf gewechselt und ein erfolgreicher Neuzugang mit Ambitionen. Er trainiert aktuell 18 Pferde. In der vergangenen Saison war er zwölfmal erfolgreich.

Der alteingesessene Günter Lentz trainiert sechs Pferde. Er konnte 2019 zweimal zur Siegerehrung und dürfte im deutschen Galoppwinter mit regelmäßigen Veranstaltungen vor allem in Dortmund der fleißigste Bremer sein.

Kamila Harms, Seamus Walsh und Jördis Ina Meinecke (ein Sieg in 2019) sind Besitzertrainer. Das bedeutet, dass sie nur eigene Pferde oder Pferde aus Familienbesitz trainieren. Dies gilt auch für Martina Grünewald, die zeitweise ihre Pferde in Mahndorf vorbereitet, ansonsten in Achim ansässig ist. Sie kam zu drei Siegen, sorgte mit ihren zwei Erfolgen während der Derbywoche in Hamburg-Horn für Schlagzeilen, als sie an einem Tag mit Golden Pearl gewann und am nächsten mit Karibana.

Bremer Pferde liefen in der ablaufenden Saison in allen Regionen in Deutschland, in Frankreich, Italien, Belgien und Schweden. Nur in der eigenen Stadt bestehen keine Möglichkeiten auf einen Start. Die Bremer Aktiven wünschen sich einen Neustart auf der Galopprennbahn, die eine der traditionsreichsten und fairsten in ganz Deutschland ist. „Der gewonnene Volksentscheid war natürlich ein Jahreshighlight für uns“, so Vovcenko hoffnungsvoll. Er zeigt sich erfreut über die öffentlichen Aussagen des Bremer Rennvereins, wieder Renntage als Teil eines neuen Nutzungskonzepts mit vielen Freizeitmöglichkeiten veranstalten zu wollen. Abgesehen von möglichen Veranstaltungen in der Vahr steht eine spannende Galoppsaison aus Bremer Sicht bevor: Für das Anfang Juli in Hamburg ausgetragene Derby, das wichtigste Galopprennen des Landes, sind derzeit fünf Bremer Pferde eingeschrieben. Das gab es seit 2004 nicht mehr, als Spitzentrainer Andreas Wöhler Bremen verließ.

 

 

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(2.1.) Wer sich den aktuellen Artikel im Weser Kurier über die Schließung der GolfRange durchliest, kann über die Politik in Bremen und insbesondere über die Wirtschaftsförderung nur noch den Kopf schütteln. Man fragt sich, ob Absicht oder Unfähigkeit hinter allem steckt. Dieser Artikel hat die richtige Botschaft. Weshalb aber alles über den Bremer Galopprennsport in dieser Zeitung einfach nicht veröffentlicht wird (und es liegen Texte vor), ist unverständlich.

 

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(18.12.) Verspätet veröffentlicht der Weser Kurier doch noch das Statement des Bremer Rennvereins, wieder Rennen veranstalten zu wollen.

 

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(6.12.) Die Reaktion auf die wichtige Pressemitteilung des Bremer Rennvereins überrascht. Der Weser Kurier ignoriert sie, wie eigentlich alles Positive über den Galopprennsport. Die Galoppmedien haben natürlich berichtet. Und sogar der Sport Blitz hat in 20 Sekunden zumindest über die Aussagen Auskunft gegeben. Gut ist der Textbericht von Radio Bremen. Beachtenswert die Aussage des Pressesprechers der Grünen, denn ohne Zweifel gab es Versuche zur Kontaktaufnahme! Die Kreiszeitung berichtet im Zusammenhang mit dem Regionalausschuss, stellt allerdings etwas falsch dar: Bei diesem wurde ein Antrag beschlossen, dass schneller über Veranstaltungen befunden werden muss. Es soll nicht erst auf den Runden Tisch gewartet werden.

 

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(5.12.)

Der Bremer Rennverein möchte auch in Zukunft Renntage auf der Galopprennbahn veranstalten. „Wir sind irritiert, dass wir trotz einer Reihe von Äußerungen in dieser Richtung allem Anschein nach noch immer nicht mit unserem Anliegen wahrgenommen werden“, so Frank Lenk vom Vorstand des Bremer Rennvereins von 1857. „Stattdessen scheint in der Öffentlichkeit der Eindruck zu bestehen, dass kein Interesse an der Fortführung des Rennbetriebs besteht. Das ist falsch. Wir haben mehrfach Gesprächsbedarf bei der Wirtschaftsförderung und bei Senatorin Maike Schaefer angemeldet, werden aber ignoriert und erhalten keinen Termin.“

 

Einen Fahrplan erkennt der Vorstand des Rennvereins bei der aktuellen Vorgehensweise zum Thema Galopprennbahn nicht. „Wir beobachten die Situation seit Monaten und stellen uns die Frage, ob die Stadt Bremen überhaupt noch Herr des Verfahrens ist. Wenn etwas in Sachen Rennbahn unternommen wird, geht dies von der Bürgerinitiative aus. Das wirft kein gutes Licht auf die Politik“, so Lenk.

 

„Mit unserer Tradition und vor allem aufgrund der Tatsache, dass wir keineswegs freiwillig von der Bahn gegangen sind, erwarten wir, dass die zuständigen Stellen das Gespräch mit uns suchen, nachdem der Volksentscheid im vergangenen Mai gewonnen wurde. Um es klar zu formulieren: Wir sehen uns als Teil eines neuen Nutzungskonzepts, das eine breite Vielfalt an Veranstaltungen umfassen soll.“

 

Der Bremer Rennverein fragt sich, wieso ein seit dem Jahr 1907 auf der Galopprennbahn ansässiger Sport sich allem Anschein nach neu bewerben muss, als wenn es die letzten Jahrzehnte gar nicht gegeben hat. Renntage müssen im Voraus geplant werden. Sie bringen der Stadt Steuereinnahmen, was überhaupt keine Rolle zu spielen scheint.

 

 

(ältere News finden Sie im Archiv)

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© Marco Hoffmann (für die Texte)